Sergent Garcia Konzert – in der Muffathalle in München – am 5. Oktober 2006

Zum Bericht von Stephan

Er wollte uns vielleicht Rätsel aufgeben, als er die Bühne mit einer kunstvollen Gesichtsmaske betrat. Mit dieser Maske zollte er seinen Tribut an „lucha libre“, eine Art mexikanischen Ringkampf. „Die größten Stars tragen diese Masken unterschiedlicher Art. Selbst in der Öffentlichkeit legen sie sie nicht ab. Manche lassen sich sogar damit begraben. Darüber hinaus ist es eine Art Erinnerung, dass wir doch alle Masken tragen“, sagte Sergent Garcia in einem Interview. „Nichts ist, wie es scheint.“ „Mascaras“ ist auch der Titel seiner neuen CD, mit der er angereist kam. Nicht dass er wirklich verschwunden gewesen wäre, aber er hinterließ eine Menge fragender und enttäuschter Gesichter, als er letztes Jahr in spartanischer Soundsystembesetzung am gleichen Ort aufgekreuzt war. So war es dieses Mal nur ein mittelgroßes Häuflein geworden, das es noch mal mit ihm versuchen wollte. Doch Sergent Garcia hatte nichts zu verbergen. Schnell legte er die Maske ab und zeigte sein wahres Gesicht. Mit neu gemischtem Programm spielte er sich quer durch alle Stile.

Ganz der Alte, zeigte er, wo der Ursprung des Salsamuffin liegt. Ob Salsa, Reggae, HipHop, Cumbia, kubanisch, afrikanisch oder auch Funk. Keiner mischt so gekonnt wie er. Unterstützt wurde er von einer druckvollen, multikulturell latino-besetzten Begleittruppe. Es war eine wahre Freude, dem Treiben zuzusehen. Wer obendrein rechtzeitig gekommen war, konnte sich von Madera Limpia einstimmen lassen. Bekannt geworden durch den eindrucksvollen Film „Paraiso“ bewegen sich die Kubaner langsam aber stetig nach oben. Wurden die beiden Sänger letztes Jahr noch von lokal ansässigen Musikern begleitet, kamen sie an diesem Abend mit Unterstützung aus Kuba auf die Bühne. Ihre Alltagsgeschichten aus dem kubanischen Oriente untermalten sie mit ihrer anregenden Mischung aus Son, Changüi, HipHop, Rap und Reggaeton. Ihren Vorreitern Orishas wächst da ernsthafte Konkurrenz heran. Selten hat man an einem Abend eine solche Vielfalt an Musikstilen gesehen. Übrigens, Sergent Garcia präsentierte sich am Ende wie er gekommen war – mit der Maske.

Stephan

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