Bericht und Fotos vom Cuban Salsacongress in Berlin 10. – 12. März 2006

Zum Bericht von Rosella und Daniel

Cuban Salsa Kongress in Berlin


(erst der Bericht von Rosella)
Das Wochenende vom 10.-12.März 2006 sollte nun mein zweiter Kongressbesuch werden (letztes Jahr hatte mich bereits der Kongress in Amsterdam begeistert)

„Berlin ist eine Reise wert“, daher machte ich mich also am Freitag mit dem Zug auf den Weg. Kurz vor Berlin begann es zu schneien, was sich auch die nächsten Tage als beständige Wetterlage hielt. (Nur gut, dass ich nicht zur Stadtbesichtigung kam…) Mein Hotel lag dank cubamemucho Empfehlung nahe beim Kongress-Meistersaal.

Abends traf ich erst mal Alina und Daniel und wir fuhren zum Club Havanna zur Pre-Party. Dort war auch der Check In für den Kongress und die Schlange der Wartenden ließ uns erst mal draußen in der Kälte stehen.

 

Endlich drinnen im Warmen war ich sogleich begeistert von dem Club. Er besteht aus 3 verschiedenen Areas (Bachata/Merengue, LatinPop/Reggaeton, Salsa). Die Salsa-Ebene wurde für diesen Abend in den großen Bereich nach unten verlegt. Wie bei einem Kongress üblich war ich umgeben von einem tanzwütigen, salsabesessenen Publikum und auch die Lehrer des Kongresses hatten sich schon eingefunden zum social dancing. Ein paar bekannte Gesichter vom Amsterdam Kongress konnte ich auch entdecken (anscheinend hat es nicht nur mir gut gefallen in Amsterdam). Besonders gute Stimmung verbreitete wieder Rafael (Rodriguez v. Olovison): er schafft es immer wieder, selbst bei Club-Lautstärke und voller Tanzfläche schnell ein paar Paare zu einer Fun-Rueda zusammenzutrommeln, um dann die witzigsten Kommandos zustande zu bringen. DJ Melao (Miami), der uns das ganze Wochenend begleiten sollte, lieferte uns beste Timba Beschallung, und gute Tanzpartner taten ihr weiteres, um meine Stimmung kongressmäßig auf Hochtouren zu bringen. Und um es vorweg zu nehmen, diesen Freitag Abend fand ich von den drei Partys den Besten.

DJ Melao mixte viele tolle Übergänge, Salsa nonstop, Party pur!

 

Ein paar Showeinlagen bekamen wir dann auch noch zu sehen (zumindest all diejenigen, die sich einen der vorderen Plätze erkämpften). Los ging’s mit einer lokalen Reggaetongruppe gefolgt von Seo und seiner tollen Showgruppe und dann Rafael und Lien mit Choreografien, die ich schon in Amsterdam in Augenschein nehmen durfte. Kurz nach 2 Uhr fuhren wir dann wieder zurück, wir wollten ja für den nächsten Tag fit sein 😉

 

Der große Meistersaal bot als Saal A ein tolles Ambiente für den Kongress. Stuck, Holzdecke, Kronleuchter, Parkettboden und eine große, übersichtliche Bühne, alles was ein Tänzerherz begehrt. Dafür fielen die anderen beiden Säle leider ziemlich klein aus und waren bei manchem Kurs durch die niedrige Bühne nicht überschaubar.

 

Das Programm der Workshops war für mich (ich war ja sozusagen tanzpartnerlos unterwegs) ideal.

Los ging es mit Doktor Rafaels „Casino con 2 mujeres“, (Rueda, je 1 Mann mit 2 Frauen), mit einfachen Figuren und trotzdem (oder gerade deswegen?) witzig und einfallsreich. Ich mag Rafaels enthusiastische und sympathische Art sehr.

 

Übrigens: Sprachbarrieren zog sich durch die meisten Kurse: Kubaner, die kein Englisch sprechen, Deutsche, die kein Spanisch verstehen oder Polen, die weder deutsch, noch englisch verstehen verursachten in so manchem Workshop Kommunikationsprobleme, aber dank Zusammenarbeit funktionierte am Ende auch das. (z.B. durch Übersetzungshilfe durch Teilnehmer, gell Alina!)

 

Danach forderte Eric Suarez (Miami) unsere Konzentrationsfähigkeit bis aufs äußerste mit sehr langen Rueda Figuren (wohl den Damen, die beim üben der Figur an einen guten Tanzpartner gerieten). Die Figuren wäre wohl besser in einer Salsa-Figuren Stunde aufgehoben gewesen, denn zum wirklichen Rueda tanzen kamen wir kaum und Eric wirkte etwas ungehalten mangels der Kenntnisse der Teilnehmer (die Stunde war als ‚advanced’ ausgeschrieben).

 

Weiter ging es mit Seo Fernandez und seiner Tanzpartnerin Alexia, (die zum Erfreuen der Herren wie immer mit ihrem spärlichen, farbenfrohen Outfit auffiel). Die Stunde nannte sich Showstyle-advanced, hätte aber auch eine Salsa Cubana Stunde sein können, da sie wenig Showelemente enthielt. (worüber ich eher erleichter war, Überschlag und Flick Flack sind nicht gerade meins…) Die gleiche Sequenz hatte Seo bereits in Amsterdam gezeigt, das hat mich jedoch nicht gestört, da ich damals nur zugesehen hatte.

Seo ist nicht gerade ein Meister des Erklärens oder Unterhaltens, jedoch fand ich die Figur schön und leicht nachvollziehbar, nur die Männer jammerten ein wenig, da sie sich auf den Boden knien mussten (Seo hatte wohlweislich Knieschoner an).

 

Nach der Pause kam Juan Jose Ortiz. Er präsentierte einige Rueda Figuren, die mir fast alle schon bekannt waren. Nicht so den meisten Teilnehmern… Somit sorgte z.B. die 69 für viel Chaos. Trotzdem lief die Rueda am Ende recht gut. An dieser Stelle möchte ich übrigens den drei Frauen, die den ganzen Kongress lang die Ruedas als Männer tanzten meinen höchsten Respekt zollen, die wussten immer „wo’s lang geht“.

In der letzten Stunde gab es Menstyle (Israel Gutierrez) bzw. Ladystyle (Niovis Soto). Ich habe gehört, dass die Stunde von Israel schrittelastig schwungvoll und mit großem Spassfaktor gehalten wurde, der Raum jedoch bei weitem nicht alle Männer fassen konnte. Niovis bot uns Ladies eine schöne Schrittfolge mit viel Armeinsatz. Ich kann diese Stunde nur weiterempfehlen. (auch wenn ich die Arme in „Realität“ wohl trotzdem nie so heben werde)

 

Der Samstag Galaabend fand im Meistersaal statt. Der Beginn war eigentlich für 22 Uhr angesetzt, aber die meisten Teilnehmer brauchten wohl etwas länger zum Erholen und Stylen, so daß es dann erst um 23 Uhr voll wurde und losging. Auch der DJ brauchte länger zum Warmwerden, anfangs kam wenig Stimmung auf.

An diesem Abend fand die 1. Qualifikationsrunde der World Championship of Cuban Salsa für Rueda und Paartanz statt und auch das war am Anfang der Party zu spüren, da viele Teilnehmer eben mit Umziehen beschäftigt waren und auf ihren Auftritt warteten. Zur Rueda traten Gruppen aus folgenden Ländern an: Polen, Deutschland, Tschechische Republik, Bulgarien, Schottland. Die Schotten gewannen mit einer Show, die für meine Begriffe nicht mehr allzu viel mit Rueda zu tun hatte. Ja, die Ruedateile in ihrer Show waren gut getanzt und synchron, aber das drumherum (Kostümierung, Glitzersternchen, diverse Musik- und Showtanzeinlagen, PhantomDerOper…) sah für mich eher nach „Themaverfehlung“ aus, aber ich war ja nicht in der Jury.

Beim Paartanz traten 4 Paare gleichzeitig gegeneinander an: Schottland, Österreich (Alina und Daniel), Tschechische Republik und Bulgarien. Da ich mit dem Filmen von Alina und Daniel beschäftigt war, kann ich auch nur über dieses Paar reden und sie waren GUT! So ging es dann auch aus, die beiden wurden als Gewinner gefeiert.

Danach beglückten uns dann noch einige Lehrer + Tänzer von Cubamemucho mit einem „professional Contest“. 4 Paare zeigten uns, was sie in Sachen Son, Chachacha, Rumba und Salsa so draufhatten und das war wirklich sehenswert!

Nach all diesen Contests war es schon spät, als sich auf der Tanzfläche endlich für alle eine gewisse Partystimmung ergab. Und so tobten wir uns noch lange aus.

 

Am Sonntag wurde uns bis um 11 Uhr Zeit gelassen, uns wieder in den Saal zu schleppen (die erste Müdigkeit machte sich breit, aber ich war da!)

Das Ladystyling, diesmal mit Lien war der frühen Stunde angemessen einfach gehalten und nach einer halben Stunde schaute ich mal kurz zum Menstyling rüber, wo ich gleich hängen blieb, denn Israel machte dort eine wunderschöne ChaChaCha Kombination. (wer mich kennt, weiß, wie sehr ich ChaChaCha liebe). Wenn in der Wandelhalle mehr Platz gewesen wäre, wäre ich wirklich über den Boden geflogen, Ehrenwort.

 

Die Sonntag Rueda mit Eric hat mich wesentlich mehr überzeugt als die Stunde vom Tag zuvor, kurze Figuren, witzige Einlagen, charmant vermittelt. Das Chaos blieb aus und der Fun Faktor war um einiges höher!

 

Dann gab uns Rafael (mit Lien) nochmals mit einer „con 2 mujeres“ die Ehre, diesmal aber ohne Rueda und wir waren ja bereits zu dritt ein eingespieltes Team (mit Alina und Daniel). Wir konnten daher flüssig tanzen.

 

Während sich nun die meisten Teilnehmer zur Rumba im Meistersaal einfanden, frönte ich nochmals meiner ChaChaCha Sucht, diesmal mit Bea. Auch hier fehlte im kleinen Raum wieder die Sicht auf die Beine, und ein bisschen umständlich (hab mich erst nach vorne gemogelt und mir die Schritte angesehen, um mich danach hinten in letzter Reihe auszutoben) konnte ich hier mitmachen.

 

Den Abschluss machte Juan mit einer schönen Rueda Stunde, die diesmal hauptsächlich der innere Kreis zu meistern wusste (auch hier kannte ich bereits alle Figuren). Zum Glück stand ich innen, denn außen strich so mancher Herr die Segel und ließ die Frauen im Stich.

 

Zum Abschluß gaben sich alle Lehrer auf der Bühne noch ein kleines Stelldichein und verabschiedeten die Teilnehmer (ca. 250) des Berliner Kongresses mit Salsa, Chachacha und Rumba.

 

Wer jetzt noch nicht genug hatte, (z.B. ich…) schleppte sich an dem Sonntag Abend noch in den Soda Club zur letzten Party. Es ist schon erstaunlich, aber meine Beine machten immer noch mit und es fanden sich immer wieder gute Tänzer (Gruß an die Schweiz).

 

Der Montag ließ mir noch etwas Zeit, um mir noch ein wenig von Berlin anzusehen (ich war so kaputt, dass ich das hauptsächlich im Doppeldeckerbus SITZEND machte) bevor ich abends in den Zug stieg, happy und total erschöpft.

von Rosella

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aus dem Forum
(Daniel)

Hola salseros!
Oiso, dann will ich mal kundtun, was sich letztes Wochenende in Berlin zugetragen hat! Wie ihr ja wisst, fahren Alina und Ich nicht zum Cuban Salsa Kongress nach München, sondern sind dieses Jahr zum Cuban Kongress nach Berlin gefahren.
Einerseits um mal eine neue Stadt kennen zu lernen, auch um der „Massenabfertigung“ die in München zu erwarten ist zu entgehen, aber ganz besonders auch, um an der Qualifikationsrunde für die Weltmeisterschaft der Cubanischen Salsa teilzunehmen!

Aber erstmal der Reihe nach 😉

Ankunft,
Donnerstagnacht in Berlin. Erster Eindruck: Es ist saukalt! Alles verschneit – wie im tiefsten November. Najo, erstmal ab ins Hotel und am nächsten Morgen die Stadt erkunden.

Nach einer ausführlichen Shoppingtour (die natürlich an 1. Stelle der Tagesagenda stand *g*) blieb sogar noch etwas Zeit um u.A. den Potsdamer Platz, das Holocaust Denkmal, das Brandenburger Tor und den Reichstag zu besichtigen. – Alles in Allem sehr beeindruckend, bei beißendem Schneewind aber nur bedingt lustig.

Abends gings dann zur Preparty in den Club Havanna. Dort mussten wir uns erstmal für den Kongress registrieren (eine äußerst zaache Angelegenheit, da nur ein Schalter vorgesehen war, und die unvermeidbare Warteschlange bis weit vor den Club in den Schnee hinaus langte!)

Im Club dann waren wir beide positiv überrascht von der Größe der Dancefloors (3 teils riesige Flächen, mit Salsa only, aber auch Latino-Mix, Bachata, Reaggeiton, Hip Hop, RnB usw.. Man konnte jederzeit zwischen den Flächen wechseln – eine tolle Sache! (Ich war aber trotzdem fast immer am Salsa-Floor^^) Es tummelten sich viele gute Tänzerinnen und Tänzer, und so wurden schnell erste neue Bekanntschaften getroffen.
Im Laufe des Abends wurden neben ersten, schwer beeindruckenden Tanzshows von „Latin Blast“ sowie Rafa und Lien auch die weiteren Stars von „Cubamemucho“ vorgestellt.
Gegen 02h hab ich getan was in diesen Situationen immer meine Aufgabe ist. – dafür gesorgt das Alinu und ich noch vor Sonnenaufgang ins Bett kommen 😉

Am Samstag
begannen die Workshops um 10:00h, und wir starteten gleich mal mit „Casino con 2 mujeres“ – Ne witzige Stunde mit einigen kreativen Elementen, aber zumindest für uns ned sonderlich fordernd. Auch die weiteren Workshops absolvierten wir ohne große Schwierigkeiten und nutzten dabei die Gelegenheit neue Lehrer kennen zu lernen.

However, am Samstagabend war es dann so weit. Die Große Gala Nacht, und unser Highlight die 1. Qualifikationsrunde der World Championship of Cuban Salsa stand bevor. Mein allgemeiner Eindruck: säääähr chaotisch das Ganze! Sowohl der DJ war mit seinem Musikgeschmack scheinbar schwer verwirrt, wie auch die Organisatoren – so wussten wir bis zum letzten Moment nicht ob das Turnier nun in einer oder mehreren Runde ausgetragen wurde, – mit eigener oder vorgegebener Musik, alle gleichzeitig oder die Paare nacheinander…viele offene Fragen die nicht gerade zur Gelassenheit beitragen. Außerdem gibt es in dem ganzen Meistersaal keine vernünftige Lüftung, sodass das sich ganze sehr schnell in eine Sauerstoffarme Sauna verwandelte. Trotzdem war die Party recht gut, auch wenn Alina und Ich uns verständlicherweise nicht so wirklich entspannen konnten 😉
Dann wurde endlich gegen 23h die Party offiziell eröffnet, mit dem Contest der Ruedagruppen. Am Start waren 5 Gruppen, aus Deutschland, Polen, Tschechien, Schottland, und Bulgarien. Die Cantantes mussten in der 1.Runde zu einem vorgegebenen Lied spontan ansagen, was dem ganzen eine interessante Note gab! Nur die 3 Besten durften dann in der Finalrunde mit ihrer mitgebrachten Musik und ihrer durchchoreografierten Show zeigen was sie konnten.
Gewonnen hat schließlich die Gruppe aus Schottland, die neben einer sauber getanzten Rueda, vor allem mit einem Feuerwerk an durchchoreografierten Tricks und Effekten begeisterte! So kamen u.A. Elemente aus „das Phantom der Oper“, sowie ein richtiges Glitzer-Konfetti Feuerwerk zum Einsatz! Wirklich Kubanisch war das Ganze damit zwar nicht mehr, aber die Wertungsrichter hat es scheinbar beeindruckt! 😉

Danach gabs erstmal eine weitere, nervenaufreibende Pause und als dann endlich der Paarwettbewerb begann, standen wir, gemeinsam mit 3 weiteren Paaren aus Schottland, Tschechien und Bulgarien, vor knapp 200 neugierig wartenden Kongressteilnehmern, aber speziell auch vor den Augen der 5 Wertungsrichter auf der Fläche. Diese waren: Juan José Ortíz, Eric Suarez, Niovis Soto, Israel Gutierrez, sowie der künstlerische Leiter von Cubamemucho, Alberto Valdes.

Dann kam die Musik, und was hörten wir? AGUA von Los Van Van! Das hieß 5min40sec schnellste Timbamusik, und das in nem sau heißen und ziemlich stickigen Saal! Nun gut, wir legten also los, und da das Lied sowieso kein echtes Intro hat, gleich mal mit unseren schwierigsten Figuren vorweg um mal ordentlich Eindruck zu schinden 😉

Die nächsten 5min vergingen wie in Trance, nur immer wieder durchbrochen von den Schreien des Publikums – aber, galten die nun uns, oder den anderen Paaren? Wir konnten es nicht erkennen, zu hoch war die Anspannung. Erst nach knapp 6 min war das voll ausgespielte Lied vorbei, und auch wir knapp vor dem Ende unserer Kondition angelangt.

Dann begann das große Warten. Erst waren noch die Profis mit ihrem Turnier dran (Angetreten sind unter anderem Seo und Alessia (Bekannt aus dem Salsa Lehrvideo „mueve la Cintura“), das geniale Paar Rafael Olofison und Lien aus Spanien sowie 2 weiter Paare. Die Profis mussten nicht nur in Salsa Cubana glänzen, sondern zusätzlich auch noch Rumba, Son, ChaCha vortanzen!

Nach weiterem Warten ging es dann endlich an die Siegerehrung des Paarwettbewerbs!
Nun was soll ich sagen, als der 4.Platz an Tschechien ging, waren wir froh nicht letzter geworden zu sein. Als daraufhin die Schotten den 3.Platz zugesprochen bekamen, freute ich mich, nun mit gehobenem Haupt nach OÖ zurückkehren zu können. Aber als dann der 2. Platz an das Paar aus Bulgarien ging und damit klar war, das wir damit das Turnier gewonnen hatten war die Überraschung so groß, das ich es erst Sekunden später als wir uns vor applaudierender Menge verbeugten realisieren konnte! 😉

Ganz ehrlich – unser Ziel war es uns durch die Vorausscheidung zu kommen und zur Qualifikationsrunde nach Berlin eingeladen zu werden. (Wir mussten dazu ein „Bewerbungsvideo“ auf dem wir vortanzten erstellen, und per DVD einsenden) Aber das wir tatsächlich als Gewinner wieder aus Berlin zurückkommen würden, war mehr als eine Überraschung!!

In weiterer Folge bedeutet das nun, dass wir im Juli 2007 nach Havanna eingeladen sind, um dort im Finale der Weltmeisterschaft gegen die 9 weiteren Finalisten anzutreten, die im laufe der nächsten Monate noch ermittelt werden.

Nun ja, und wie der Rest des Abends verlief könnt ihr euch denken – viele Glückwünsche, viele Mojitos und noch viele Stunden bis gegen 04:30h das Saallicht aufgedreht wurde und wir gezwungenermaßen Richtung Hotel abzogen – nicht aber ohne noch den Beschluss zu fassen, die erste Stunden (Es war Lady- und Men styling angesagt) souverän auszulassen.

Nächster Tag
Ankunft eine Stunde verspätet, mit verschlafenen Augen, und verschneiten Winterjacken kämpften wir uns durch die schwitzenden Mengen und da wir ja nun nicht mehr gerade unbekannt waren, konnte ich mir ziemlich oft von Leuten mit denen ich nie zuvor ein Wort gesprochen hatte, den Satz „na, ausgeschlafen?“ anhören 😉

Workshopmäßig war der Sonntag dann nicht weiß Gott wie berauschend, aber Alina und Ich hatten vorgesorgt. Um 16:30h hatten wir – in der vorletzten Kongressstunde eine Privatstunde mit Alexis Borrero vereinbart.
Da ihn die meisten wohl nicht kennen werden: Alexis ist (wie könnte es anders sein) geborener Cubaner, und ist erst letztes Jahr nach Deutschland gekommen. Sei Tanzsstil ist GENIAL! Er hat eine unglaubliche Schnelligkeit und Dynamik, aber zugleich Eleganz und Ruhe wie ich sie erst seltenst (i waß das des ned deutsch is) gesehen habe! Da er uns beim Turnier am Vortag genau beobachtet hatte, konnte er in der einen Stunde direkt an unseren Fehlern und Schwächen arbeiten, Probleme in Haltung, Führung, Rhythmus usw. ansprechen und uns viele nützliche Tipps mit auf den Weg geben! Im Laufe der Stunde gesellte sich dann sogar noch Niovis Soto (ebenfalls eine der ganz großen Stars von Cubamemucho) dazu, und so genossen wir professionelle Betreuung von 2 absoluten Profis der Salsa Cubana. (Das mit Niovis war übrigens ein absoluter Glücksfall! Ich hatte die Ehre am Samstag nach dem Turnier mit ihr zu tanzen und nach 2 tollen Salsas meinte sie, ich sollte am So. zu ihr kommen und ihr eine spezielle Figur noch mal vortanzen, sie könne mir da etwas zeigen… Und so kam es, dass sie uns in den letzten 10Minuten der Privatstunde noch 2 absolut geniale Figuren „schenkte“! Ein Traum sag ich euch 😉

Nach der Stunde war noch die letzte offizielle Workshopstunde am Plan und die hieß „Workshop with all teachers together for all“. War ne super lustige Sache, bei der mal der eine, dann der andere Lehrer das Kommando übernahm – alles unter der strengen Regie des Director Artistico, Alberto Valdes. Zeitweise räumten sogar die Stars die Bühne und eine Meute wilder Salser@s (ich natürlich mitten drinnen *g*) stürmte die Bühne, um die Professores die unten auf der Fläche Aufstellung genommen hatten zu unterrichten! 😉
(Ich muss aber gestehen, dass ich mich dann doch nicht getraut habe das Mikro selbst in die Hand zu nehmen …)

Nach der Verabschiedung im Rahmen dieser letzten Stunde und Hinweisen auf die weiteren Kongresse, sowie dem obligatorischen Anstimmen der „Cubamemucho – Hymne“ war der offizielle Part des Kongress zu Ende.

Zurück im Hotel gab es erstmal noch ein kleines Intermezzo aus der Kategorie: “Alina, wo hast du unsere Flugtickets? Hä? Ich dachte die hast du Daniel? … Hilfääh, wer hat unsere elendigen Tickets gesehen!?!?!?“. Das Ticketproblem konnte aber zum Glück noch gelöst werden, sodass wir beruhigt unsere Koffer packen konnten.
Das letzte Abendessen durfte ich dann bei neu gewonnenen Freunden in Berlin verbringen und konnte so auch noch ein Wenig vom echten Berliner Leben mitbekommen! Vielen Lieben Dank an dieser Stelle an Ina und Matze!

Die letzten Stunden der Afterparty genossen wir auf dem Parkett in vollen Zügen (teilweise aus gut gefüllten Mojitogläsern *g*)…
Am Montagmorgen, so gegen 03:30h ging es dann, teilweise schweren Herzens, direkt von der Afterparty zum Flughafen und um 6:15h morgens wieder zurück nach Wien.

Fazit
Der Cuban Salsa Kongress Berlin 2006 war für uns, nicht zuletzt durch das erfolgreiche Salsa Turnier die Reise allemal wert! Der Kongress an Sich war ne kleine, überschaubare Sache mit 3 Sälen und knapp 200 Teilnehmern. Das bedeutet, dass man bei den meisten Workshops gut sehen konnte und es auch kaum Platzprobleme gab. Auch der Preis war mit 110 Euro für den FullPass erfreulich niedrig.

Einwenig stutzig stimmte mich, dass von den 28 angebotenen Workshopstunden, nur 2 Stunden Salsa dabei waren! Eine Beginners und eine Intermediate Stunde, der Rest war alles Rueda, Rumba, Afro, Son, ChaCha oder so. Ansich eh interessante Sachen, aber najo, ein bissl mehr – ganz normale Salsa wär ned schlecht gewesen.

Die Lehrer waren soweit alle schwer in Ordnung und ich hatte das Gefühl gut aufgehoben zu sein. Einwenig enttäuscht war ich von JJO, der ja in Berlin daheim ist, und bei dem wir schon mehrfach Unterricht genommen hatten, da er zum x-ten Mal die gleichen Figuren (Compoda und 69) unterrichtete.

Die Besucher des Kongresses waren interessanter Weise recht international zusammengemischt! Von den ca. 200 Leuten waren nur ca. 50 Deutsche, der Rest kam aus dem Norden (Finnland, Schweden, England) und sehr viele aus Polen und Osteuropa

Die Location war an sich gut (alle 3 Säle zusammenhängend in einem Gebäude) – wenn auch der Meistersaal schon bei 100 Leuten ziemlich schnell zur Sauna wird, und bei der Gala Night so ungut wurde, dass ich auf dem Höhepunkt der Party nach fast jedem (!) Lied, erstmal aufs WC zum abtrocknen verschwinden musste…

Weiters wenig erfreulich, war die Organisation des Salsa-Turniers. Als Zuschauer bekam man davon zwar natürlich nichts mit, aber für uns aktive war die ewige Warterei und Ungewissheit echt ungut. Außerdem gab es für die Gewinner keinerlei Erinnerung oder Urkunden. So viel ich weiß, wurde nicht mal ein vernünftiges Foto gemacht. Da könnte Rafael noch nachbessern…

Auch nicht ganz hingehaut hat die Registrierung bei der Preparty! Nur 1.überforderte Frau für haufenweise Salseros die sich bis weit vor das Lokal im Schnee anstellen mussten, während die Stars und Lehrer, lächelnd an ihnen vorbei in den Club marschierten.

Der Höhepunkt des Chaos war für mich die Organisation des so viel angepriesenen Mittagessens für alle Kongressteilnehmer. Das dafür ein Italiener ausgesucht wurde der genau 2 Sekunden vom Kongressort entfernt war, war zwar ne gute Sache, aber das dieser nur 50 Sitzplätze für ca. 200 Salseros die alle in 60min Essen wollten hatte, hat sich wieder keiner überlegt.

Alles in Allem war es aber trotzdem ein richtig tolles Wochenende!

Von Daniel

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