Bericht und Fotos vom Salsafestival Prag 2006 3. – 5- März 2006

Zum Bericht von Steffi

Das Bacardi-Salsafestival hat sich bereits in der Vergangenheit einen Namen durch die gute Organisation, das familiäre Flair sowie die niedrigen Gesamtausgaben für Hotel, Anreise und Unterkunft gemacht.Und so pilgerten auch dieses Jahr hunderte von Salser@s nach Prag. Insgesamt kamen fast 1000 Leute zur Samstagsparty, mehr als 600 Fullpass wurden verkauft.

 

Freitagmorgen, Landung in Prag bei Sonnenschein, das Wochenende beginnt gut 😉

Abenteuerlustig verzichtete ich dieses Mal auf Taxis und Shuttlebusse und stürzte mich hinein in Prags öffentlichen Nahverkehr. Und siehe da, es war gar nicht schwer. Drei Metros, die sich jeweils einmal kreuzen, die Richtungen werden immer angegeben und mit ein bisschen Geschick geht auch das „Buchstabenvergleichen“ mit der gewünschten Haltestelle recht schnell. Keine Stunde später kam ich in meinem Hotel an, welches angenehm in Laufnähe zu den Workshoplocations lag. So dachte ich jedenfalls. Fakt war dann aber, dass ich umgebucht wurde,….20 Minuten mit der Straßenbahn weg vom Kongress. Naja, wir haben ja bereits den öffentlichen Nahverkehr durchschaut.

 

21 Uhr: Congress-Centrum Prag:

Kopfkratz, wo müssen wir eigentlich hin und wo ist der Eingang? Denn das Prager Kongresszentrum ist durchaus groß und wir hatten keine Lust erst mal eine Runde drum rum zu drehen. Das geschulte Auge erkannte aber schnell die Kongressflyer, die als Richtungsweiser überall um die wichtigsten Locations angebracht waren (also auch bei den Workshops etc) und folgte unbeirrbar den Pfeilen zum Eingang.

Als ich das Gebäude betrat, erinnerte ich mich, dass hier im letzten Jahr die Samstagsparty stattfand. Wow, man rechnete also mit vieeeeel mehr Leuten. Allerdings wirkte der Raum leer. Erst bei genauerem Umsehen wurde mir klar, dass auch die Galerien geöffnet waren und so viele Besucher dort Platz genommen hatten um einen besseren Blick auf die Shows zu haben. Diese starteten mit etwas Verzögerung und unter der Moderation von SuperMario. Von blau-weißen Elfen der Prager Gruppe Mambita wurden wir ebenso verzaubert wie von Zorro und den Brasilianischen Tänzerinnen von LosBailadores. Auch eine feine und technisch sehr saubere Chacha-Chore sowie eine Rueda-Choreographie erwarteten uns.

Im zweiten Showblock ging es auch nochmals heiß her. Leider habe ich hiervon nicht so viel mitbekommen, da gerade ein ganzer Schwung bekannter Gesichter „über mich hereinbrach“

Die Party selbst, unter fachkundig aufgelegter Musik von Aimeline, DJ Sebastian,…wurde zu einem riesen Spaß. Es gab ausreichend Platz zum Tanzen und auch die Stars ließen es sich nicht nehmen, mit jedem zu tanzen, der sie einlud. Das ist das schöne an diesem Kongress. Sie sind alle da, amüsieren sich prächtig und von Starallüren keine Spur.

 

Samstag, Workshoptag. Hatte ich überhaupt geschlafen? Oder war ich in Gedanken irgendwo anderes gewesen? Irgendwie klingelte dann auch noch mein Handy um halb acht morgens? Komischer Tag. Naja, bis 10 Uhr gab es Frühstück und anschließend ging es mit dem Tram Richtung Kongresszentrum.

Es gab zwei Locations, die durch zwei Querstrassen voneinander entfernt waren.

Einziges Manko, die eine lag im zweiten Stock eines wunderschönen alten Gebäudes mit phantastischem Treppenaufgängen, einem lichtdurchfluteten Treppenhaus und schönen Parkettböden. Hier fand dann auch die Samstagsparty statt, dazu aber später mehr. Die andere Workshoplocation lag 5 Minuten Fußmarsch entfernt im 4. Stock einer Sporthalle. Treppensteigen und Kondition waren also angesagt. 😉

Der Workshopplan war gut durchstrukturiert und es war für jeden etwas dabei. Allerdings waren alle Räume zu klein für die Zahl der begeisterten Tänzer. Doch die Instructors konnten auch mit diesem Problem umgehen und teilten die Gruppen auf zum nachtanzen. So konnten die einen zugucken, die anderen üben und man konnte sich gegenseitig beobachten und von den anderen Lernen, denn leider waren keine Spiegel vorhanden. Am Sonntag wurde dann ein Raum getauscht und so konnten die gefragtesten Workshops im großen Ballsaal stattfinden.

Es gab viel footwork und Styling, Spin Classes, Bodymovements (Neeraj sagte zur Begrüßung: „This will be an hour full of pain“), Einführung on2, Akrobatik, on1, Rueda und Rumba, Samba und sogar eine Bachatastunde. Die Mischung war gut, mit dem Fullpass konnten alle Kurse der unterschiedlichen Niveaux besucht werden und es kam zu keinen nennenswerten Verzögerungen oder Problemen.

Gegen 22:30 Uhr ging es zurück zur Location. Das festliche Haus bot ein einzigartiges Ambiente, es hatte etwas Herrschaftliches die breiten Treppen hinauf zuschreiten. Der Ballsaal war mit Kronleuchtern behangen. Eine tolle Stimmung. Auch heute Abend erwarteten uns eine Menge guter und neuer Shows. Den ersten Showblock hatten wir leider verpasst, hatte es doch etwas länger gedauert, die schon tiefen Augenringe wegzuschminken. Akuter Schlafmangel der vergangenen Woche sei dank J

Im zweiten Showblock verzauberten uns die Dancing Diamonds aus Zürich mit ihrer Show, ebenso wie Manuel Mascarell mit Barbara Cano (im ersten Showblock tanzte er bereits mit Charlotte aus Prag). Salsalibre aus Warschau zeigten die beste Gruppenperformance des Abends. Ich hatte die Gruppe bereits 2004 in München gesehen und war mit Ausnahme von Ania (Neeraj Maskaras Partnerin) nicht sehr begeistert. Dieses Mal jedoch war alles anders. Die Show bestach durch eine unglaubliche Bühnenpräsenz aller Tänzer, einfallsreiche Richtungswechsel und Bilder, technisch sehr hohes Niveau und nicht zuletzt durch sehr schön gestaltete Kostüme. Gratulation an Ania für die tolle Choreographie.

Nun war endlich Zeit zum Tanzen, bevor der letzte Showblock nun die wahren Stars des Abends hervorbringen sollte. Die Tanzfläche war gut gefüllt, es gab zwei Areas mit nur Salsa bzw. Latin und mehr. Alle hatten unglaublich viel Spaß, die Korbquote lag auch heute abend bei genialen fast 0%.

Der letzte Showblock wurde eingeleitet von den SalsaKings, die eine etwas chaotische Show mit vielen unterschiedlichen Kostümen und einer Art „Crazy-Frog“-Mentalität darboten. Kleines Manko, direkt im Anschluss folgten LosPambos aus Sofia, ebenfalls mit einer CrazyFrog Perfomance, allerdings sehr sauber und schön getanzt. Selbst das Organisatorpaar Michal und Daniela ließen es sich nicht nehmen und traten mit einer sehr schönen, spritzigen Choreographie auf. Meine Bewunderung dafür. Im Anschluss zeigten Neeraj und Ania ihre neue Choreographie mit sehr ausgefallenen Kostümen, viel Emotionen und natürlich war das Publikum begeistert. Jazzy und Anita heizten das Publikum mit ihrer Mambo-Show weiter auf bis schließlich Hacha y Machete den Höhepunkt tanzten. Dachten wir zumindest. Denn Michal und Daniela hatten eine außergewöhnliche Überraschung für uns.

Ein sehr bekannter klassischer Sänger war in der Stadt und gab mit Pianobegleitung ein grandioses Kurzkonzert. Salsa und Klassik? Auf jeden Fall. Das Publikum tobte.

Ich glaub es war sechs Uhr morgens, als wir endlich im Bett lagen, mit schmerzenden Füßen und eigentlich dem Vorhaben, erst mal auszuschlafen.

 

Aber da die Sonne so hübsch ins Zimmerchen lachte, standen wir doch schon mittags auf, um noch ein bisschen durch die Stadt zu schlendern. Prag ist wirklich schön, man möchte es nicht glauben. So kauften wir noch ein bisschen für die Abendparty ein, denn in Prag haben die Geschäfte auch am Sonntag geöffnet. Naja zwei Mädels im Shoppingfieber halt 😉

 

Zwischenzeitlich wagten wir noch mal einen Blick in die Workshops. Wie gesagt hatte man nun die Räume getauscht und so fanden alle auch genug Platz zum tanzen und üben.

Aber irgendwie war die Sonne draußen doch verlockender. Ich rede mich jetzt auch damit raus, dass ich ja krank war, das Bootcamp mit Edie mitorganisiert hatte, außerdem irgendwie grad etwas unter nächtlichen Schlafstörungen leide und am Montag direkt wieder ins Büro musste L Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich normalerweise auf Kongressen NIE so viel durch die Städte zum Sightseeing und shoppen latsche, wie ich es diesmal getan hab, man weiß es nicht J

Gut also zurück zum Hotel und hübsch gemacht für die Abschiedsparty, die in einem Latinclub, dem Tropison in der Innenstadt stattfand. Gott sie dank trafen wir beim Essen holen auf einen sehr hilfsbereiten Salsero, der uns gleich mitnahm, also zur Location versteht sich J So fanden wir den Weg, sonst hätten wir uns womöglich verlaufen.

Der Club liegt im 5.Stock über einem großen Einkaufszentrum mit einem grandiosen Blick auf das nächtliche Prag. Drin war astreines Latino-Fieber, es wurde getanzt, geschwoft, geredet und alle hatten einen riesen Spaß.

 

Salsafestival Prag? Auf jeden Fall immer ein Erlebnis. Die Leute sind extrem freundlich, die Atmosphäre ist super familiär, die Organisatoren für jeden ansprechbar und sie verloren das ganze Wochenende nie ihr Lächeln und Prag selbst ist ja auch schon eine Reise wert.

Ich bin auf jeden Fall nächstes Jahr wieder dabei, wenn es wieder heißt:

Welcome back to the 6th Bacardi Salsafestival in Prague 2007

 

von Steffi

Zu den Fotos

Zu den Fotos